Worauf Immobilienkäufer achten sollten

Ob Neubau oder älteres Wohngebäude – immer öfter blitzen PV-Module von den Dächern. Solarenergie ist landesweit auf dem Vormarsch und bringt zahlreiche Vorteile mit sich. An sonnigen Tagen können Sie nicht nur kostenlosen Strom beziehen, sondern auch noch etwas davon ins Netz einspeisen und somit Geld verdienen. Doch auch bei einer Photovoltaikanlage ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Beim Hauskauf sollten Sie bestimmte Fallstricke und Sicherheitsrisiken kennen.


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Eine PV-Anlage auf dem Dach birgt gewisse Sicherheitsrisiken.

Smarte Wechselrichter oft nicht ausreichend geschützt

Wie viel Energie produzieren die Solarzellen auf dem Dach eigentlich? Eine Frage, die Sie sich als Besitzer einer PV-Anlage ganz einfach dank des smarten Wechselrichters beantworten können. Das Herzstück der Anlage ist heutzutage in den meisten Fällen smart – also mit Bluetooth oder WLAN koppelbar. Per App vom Hersteller haben Sie dann die Möglichkeit, Daten und Informationen jederzeit und von überall aus abzurufen. Auch Fehlermeldungen lassen sich per Push-Benachrichtigung direkt auf das Smartphone senden, 

sodass Sie schnell handeln können. Das mag zwar auf den ersten Blick super praktisch sein, ist aber in vielen Fällen auch ein gewisses Sicherheitsrisiko.

Häufig wird die Einrichtung des smarten Wechselrichters zu lasch gehandhabt und einige Haushalte nutzen einfach das voreingestellte Systempasswort. Da haben Hacker natürlich leichtes Spiel. Sie müssen in dem Fall nicht einmal programmieren können, sondern das Systempasswort einfach in der Bedienungsanleitung aus dem Internet ablesen. Einmal in das heimische Netzwerk eingedrungen, können die Cyberkriminellen dann große Schäden anrichten. So werden häufig unbemerkt Zugangsdaten oder Kreditkarteninformationen beim Onlineshopping gestohlen.

Laut eines VPN-Anbieters reiht sich die PV-Anlage damit in eine Vielzahl an Geräten aus dem Smart Home ein, die oft nicht ausreichend geschützt werden. Dass das sehr schnell sehr gefährlich werden kann, zeigen immer wieder kuriose Fälle. So wurde beispielsweise bereits ein Casino durch ein smartes Aquarium gehackt und hunderte Kundendaten konnten so unbemerkt entwendet werden.

Günstige Module können auf Dauer teuer werden

Hinsichtlich der Sicherheit muss man bei PV-Zellen auch auf die Brandgefahr hinweisen. Zwar gelten die Module per se als relativ sicher, hin und wieder kann es hier aber auch zu Bränden kommen. Häufig sind dabei Kurzschlüsse oder technische Defekte die Ursache für den hohen Schaden. Aber auch Fehler bei der Installation können zu einer Überhitzung und dann in weiterer Folge zum Brand führen. Daher sollten Sie die gesamte Anlage mindestens einmal jährlich von einem Fachmann warten lassen. Das mag auf den ersten Blick zwar unnötige Kosten mit sich ziehen – immerhin funktionieren die Module ja einwandfrei. Doch im Zweifelsfall kann die Inspektion vor teuren Schäden schützen.

Haben die Vorbesitzer der Immobilie bei der Anschaffung der PV-Module gespart, kann Ihnen das in einigen Jahren ebenfalls teuer zu stehen kommen. Die eingearbeitete Folie in den Zellen vergilbt mit der Zeit, wenn sie von minderer Qualität ist. Dadurch wird der Stromertrag vermindert, bis die Anlage irgendwann nicht mehr genügend Energie produzieren kann. Unter Umständen können einzelne Zellen aber auch ganz ausfallen, sodass die restlichen Zellen deutlich mehr Leistung erbringen müssen. Auch in diesem Fall droht wieder Brandgefahr durch Überhitzung. Leider lässt sich die Folie in den PV-Zellen nicht ohne Weiteres tauschen. Bemerken Sie einen Gelbstich an den Zellen, muss in der Regel das gesamte Modul ersetzt werden.

Ein zentraler Wechselrichter kann die gesamte Anlage lahmlegen

Viele PV-Anlagen in privaten Haushalten werden über einen zentralen Wechselrichter reguliert. Das ist grundsätzlich einmal einfacher und spart bei der Installation etwas Geld. Geht das Herzstück der Anlage nun aber kaputt, können die Solarzellen auf dem Dach keinen Strom mehr produzieren. Das wäre nicht weiter schlimm, müsste man oft nicht Wochen auf einen Techniker warten. Deshalb kann es sich auch bei privaten PV-Anlagen lohnen, Mini-Wechselrichter an jeder einzelnen Solarzelle zu installieren. Das mag zwar etwas teuer sein, schützt Ihre Anlage aber zuverlässig vor einem Totalausfall. Zudem haben Sie mehr Möglichkeiten bei der Steuerung der Zellen. Da jedes Modul an einen Wechselrichter angeschlossen wird, können Sie auch jedes Modul einzeln ansteuern. Auch hier braucht es dann aber natürlich wieder einen geschärften Blick auf die IT-Sicherheit. Smarte Mini-Wechselrichter müssen ebenfalls mit einem sicheren Passwort geschützt werden, damit ein unbemerkter Fremdzugriff nicht möglich ist.